Theorie des Baumschnitts

Warum schneiden wir Gehölze?

Um regelmäßg jedes Jahr viel und schönes Obst zu bekommen. Durch den Schnitt erhalten wir die Gehölze länger im Jugend- und Ertragsstadium und verzögern das Altern.

baumschnitt

Schnitt- und Wuchsgesetze

  1. Altes Holz (Fruchtholz) ist wertlos; junges Holz ist wertvoll (fruchtbar)
  2. Altes Holz wird weggeschnitten; junges bleibt am Baum
  3. Starker Schnitt reizt zur Holttriebbildung und unterdrückt die Fruchtbarkeit, schwacher Schnitt fördert die Fruchtbarkeit und unterdrückt die Holzbildung
  4. Senkgerechte Triebe sind überwiegend Holztriebe (starker Wuchs, kaum Fruchtbarkeit), waagerechte Triebe sind überwiegend Fruchttriebe (kaum Wachstum, starke Fruchtbarkeit), die schrägstehenden Triebe sind die idealen, da sie sowohl fruchten als auch treiben.
  5. Wuchsgesetz der Scheitelpunktförderung: Hängt ein Ast bogenförmig abwärts, dann bilden sich auf der Oberseite neue Triebe.
  6. Der höchste Trieb oder Ast wird am besten ernährt. Der niedrigste Trieb wird am schlechtesten ernährt. Deshalb die Krone in der „SAFTWAAGE“ halten.


  7. blueten

  8. Licht, Luft und Sonne müssen in das Innerste der Baumkronen gelangen. Ein Vogel muss durch den Baum fliegen können. Folgen:
    1. bessere und schönere Früchte; Sonnenfrüchte
    2. weniger Krankheiten und Schädlinge, da der Baum besser austrocknet.
  9. Wir streben an: flache und niedere Baumkronen. Folgen: Sonnenfrüchte, Arbeitserleichterung
  10. Hohe Kronen und überbaute Kronen. Folgen: Schattenfrüchte, Arbeitserschwernis
  11. Erstrebte Baumhöhe (vor allem im Hausgarten): Höhe der ausgestreckten Hand


  12. baumkronen

  13. Arten des Kronenaufbaues:
    1. Naturentfernter Kronenaufbau
    2. Naturbeschränkter Kronenaufbau
    3. Naturgemäßer Kronenaufbau = erwünscht
    4. Naturnaher Kronenaufbau
  14. Zeitfolge des Baumschnittes:
    1. Pflanzschnitt (im Frühjahr nach der Pflanzung)
    2. Erziehungsschnitt
    3. Instandhaltungs- oder Fruchtholzschnitt
    4. Erneuerungsschnitt: Verjüngen oder Umpfropfen
    5. Rodung
  15. Kronenteile:
    1. Ast – Hauptast – Leitast: (bleibt)
    2. Fruchttrieb – Fruchtrute – Zweig: wird ausgewechselt
  16. Fehler bei Erziehung: zu hohe Kronen (überbaute Kronen) zu dichte Kronen (zu viele Äste)
  17. Fehler beim Baumschnitt: Einkürzen oder ableiten der Fruchttriebe – gibt Anreize zum Holzwachstum und unterdrückt die Fruchtbarkeit.
  18. Wichtigstes Schnittgesetz: „Oben mutig – unten zaghaft“
  19. Ein guter Schnitt ist eine halbe Schädlingsbekämpfung.

apfelbaum

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