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Die Äpfel sind reif – und bereit zum Verarbeiten

Friedhelm Geldsetzer aus Freudenberg beschäftigt sich seit über einem halben Jahrhundert mit dem Anbau von Äpfeln. Er setzt auf Most und Trockenobst. Der Freudenberger Obst- und Gartenbauverein betreibt auch eine Mosterei. Foto: Siegener Zeitung

Rotbackig, gelb oder grün, handtellergroß oder auch kleiner als ein Hühnerei: Bunt und vielfältig setzen sie in diesen frühherbstlichen Tagen wieder Akzente in den Kronen vieler Bäume. Die Zeit der Apfelernte ist hier und dort bereits gekommen oder steht kurz bevor – das ist unterschiedlich, je nach Sorte und Standort. Wohin mit der Vitamin-C-reichen Pracht, wenn die Mostbestände aus dem Vorjahr vielleicht noch nicht aufgebraucht sind? Wie also lagere ich z. B. „Jakob Lebel“ oder Ontario am besten, damit ich möglichst lange davon zehren kann? Pomologe Friedhelm Geldsetzer aus Freudenberg ist Fachwart für Obstbau und beschäftigt sich seit über einem halben Jahrhundert mit dem gesunden Kernobst.

Äpfel am besten in der Flasche lagern

Seine Antwort ist für Mostpausierer ernüchternd: „Die beste Apfellagerung ist für mich in der Flasche“, sagt der 77-Jährige, erläutert sein Credo nachvollziehbar – und weiß dann doch noch ein paar Tipps, wie die sogenannte Paradiesfrucht längerfristig halt- und genießbar verwahrt werden kann. Dass nämlich im Obsthandel die derzeitige Ernte im kommenden Jahr noch taufrisch aussehend angepriesen werden kann, liegt an der sogenannten CA-Lagerung, wobei in kontrollierter Atmosphäre das Altern des Obstes verlangsamt wird. „So bleiben die Früchte über Monate hinweg knackig.“ Das kann Lieschen Müller zu Hause natürlich nicht leisten.

Früher, zu Urgroßmutters Zeiten, da gab es noch viele Häuser mit geeigneten Kellerräumen. „Am besten sind lehmgestampfte Böden, ein steingemauertes Fundament, 3 bis 6 Grad Temperatur und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Dort lassen sich Äpfel bis in den Juni des Folgejahres gut aufbewahren. Die modernen Keller sind zu warm.“ Nicht dicht an dicht, sondern durchaus auf Abstand sollten die Früchte auf Rauten platziert werden. „Berühren sie sich, ist die Gefahr groß, dass ein faulender Apfel weitere infiziert. Ist der Stiel ab, wird das Welken beschleunigt.“

Apfelspalten im Ofen trocknen

Wann ist ein Apfel erntereif? „Wenn man ihn am Baum hängend dreimal um die eigene Achse dreht, sollte er sich vom Ast lösen. Die Kerne müssen schön braun sein“, sagt der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Freudenberg, der eine eigene Mosterei betreibt. „Bauern haben die Äpfel früher unters Heu gelegt. So waren sie vor Frost geschützt.“ Apfelkuchen lässt sich zwar gut einfrieren, der Platzverbrauch aber ist nicht unerheblich. „Ich trockne Apfelspalten – langsam im Ofen bei 50 Grad“, klärt der Freudenberger über ein platzsparenderes Verfahren auf. „Das kann durchaus einen Tag dauern. Wenn man z. B. mit einem Holzlöffel die Ofentür einen Spalt auflässt, kann die Feuchtigkeit abziehen.“ In einem Weck- oder Marmeladenglas seien die Obststücke sodann gut ein Jahr lang haltbar: „Der Geschmack ist anschließend auf alle Fälle noch da!“ Elektrische Dörröfen seien eine weitere Option.

„Ein paar Kilos kann man auch im Kühlschrank lagern: Ich empfehle, etwa zehn Stück in einer gut verschlossenen Plastiktüte ins Gemüsefach zu legen. Pro Apfel sticht man mit einer Stecknadel ein Loch in die Tüte – so bleibt das Obst etliche Wochen frisch.“ Zu den besten heimischen Lageräpfeln zählt Friedhelm Geldsetzer u. a. den roten Boskoop und den Ontario. Warum? „Weil wir ihn spät ernten, er genetisch gut aufgestellt und aufgrund seiner harten Schale weniger anfällig ist.“

Ernte gut, aber nicht berauschend

Die Apfelernte 2021 scheint nicht sonderlich schlecht auszufallen, ist aber auch nicht berauschend. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass die Ernte um 8,5 Prozent niedriger ausfällt als 2020. Während der Blüte im Mai sei es warm und sonnig gewesen, schwärmt der Freudenberger Pomologe Friedhelm Geldsetzer. Dann aber, bei offener Blüte, sei es plötzlich zu kalt geworden. Länger anhaltende Feuchtigkeit befördere zudem Schorfbildung und Krankheit. Der Betrieb in der Ferndorfer Mosterei der Gartenfreunde Kreuztal ist recht gut angelaufen, sagt Reinhard Stahlschmidt. In den kommenden drei bis vier Wochen gibt es aber noch Termine. Die Äppel-Hotline lautet: 01 76 / 57 19 47 31.

Quelle: https://www.siegener-zeitung.de/freudenberg/c-lokales/die-aepfel-sind-reif-und-bereit-zum-verarbeiten_a248195#gallery=null

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Seminar zu Pflanz- und Erziehungsschnitt

An alle interessierten Obstbau-Freunde! Am Samstag, 06. November 2021 findet von 10.00 – ca. 16.00 Uhr ein Seminar statt: Pflanz-und Erziehungsschnitt an den neu gepflanzten Obstgehölzen am Kurpark in Freudenberg in Kooperation mit der VHS Siegen-Wittgenstein. Interessenten können sich jetzt schon anmelden.10.00 – ca. 12.30 Uhr Theorie im Vereinsheim Euelsbruchstr. 6 ,13.30 – ca. 16.00 Uhr Praxis

Obst- und Gartenbauverein Freudenberg e. V.

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Mostsaison beendet

Mit dieser Ladung haben wir den Mosterei-Betrieb für dieses Jahr beendet. Laut meinen Aufzeichnungen von über 40 Jahren hatten wir dieses Jahr die schlechteste Ernte durch Fröste während offener Blüte, das heißt circa 70 % weniger Ertrag als in einem Durchschnittsjahr. Doch die diesjährige Qualität ist sehr gut.

Wir bieten den leckeren Apfelsaft in 1 Liter Flasche für € 2,00 an. Bei Interesse: Tel. 0171-2630217.

Friedhelm Geldsetzer

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Baumpflanzung zum Vereinsjubiläum

Zum 100-jährigen Bestehen des Obst-und Gartenbauvereins pflanzen Mitglieder gegenüber der Mosterei / Vereinsgebäude an der Euelsbruchstraße am Freitag, 15.November, um 16.00 Uhr einen Jubiläumsbaum – einen Freudenberger Nützerling. Anschließend laden die Mitglieder zu einem Kurzvortrag über den Nützerling und zu einem kleinen Imbiss in den Vereinsraum ein.

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Praxisseminar zum „Pflanz- und Erziehungsschnitt“

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Olpe biologisch“ findet wieder ein Praxisseminar zum „Pflanz- und Erziehungsschnitt“ bei Obstbäumen statt. Veranstalter ist die Kreisstadt Olpe, der es gelungen ist, Friedhelm Geldsetzer, Fachwart für Obstbau, Pflanzenschutzberater und Pomologe, als Referenten zu gewinnen.

Am Samstag, 9. November, findet die Veranstaltung von 10 bis 12.30 Uhr (Theorie) und 13.30 bis 16 Uhr (Praxis) statt. Die Veranstaltungsgebühr beträgt 10 Euro pro Person sowie 3 Euro je Tischvorlage.

Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben. Den Teilnehmern wird besonders für den Nachmittag wetterfeste Kleidung und entsprechendes Schuhwerk empfohlen. Jeder Teilnehmer sorgt selbst für Speisen und Getränke.

Da die Teilnehmerzahl aus organisatorischen Gründen begrenzt ist und bereits einige Anmeldungen für diese Veranstaltung vorliegen, sollten sich Interessierte möglichst zeitnah beim Ordnungsamt der Kreisstadt Olpe telefonisch unter Tel.: 02761/831-220 oder e.schlueter@olpe.de anmelden.